Dienstag, 30. März 2010

Klassentreffen ade! Scheiden tut nicht weh.

Mein lieber Scholli, denke ich, als ein ganzer Schwapp Briefe aus dem dafür vorgesehenen Behältnis purzelt, das ich seit einer Woche nicht mehr geleert habe.

Nachdem ich diverse Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsaufforderungen, die ich hinter einem Stapel Post vermute, wieder in den geräumigen Briefkasten zurück befördert habe, verbleibt nur noch ein einziges Briefchen in meiner Hand, das ich neugierig aufreiße. “Klassentreffen“ steht in der Betreffzeile auf lindgrünem Papier, und… ich stöhne gequält auf. Vor mir liegen zwei Wochen Urlaub, die ich mir mehr als sauer verdient habe, und…da versetzt mich ein anberaumtes Klassentreffen nicht wirklich in einen Glückstaumel. Vor allen Dingen deshalb nicht, wie mich das Geschreibsel darüber informiert, dass sich 35 Personen, die ich am meisten auf dieser Welt hasse, mit mir in einem Schickimickilokal treffen wollen, um… über die guten, alten Zeiten zu plaudern. Es würde mich 50 Euro kosten, jemandem wie Ralf Demeters gegenüberzusitzen, dem ich mal in der Mittelstufe einen Zirkel in den Hintern gerammt hatte, nachdem er mutwillig meinen üppigen Pferdeschwanz in Flammen hat aufgehen lassen. Somit müsste ich nächste Woche nicht nur die üble Vergangenheit, sondern auch das zähe Rindersteak herunterwürgen, das der Initiator dieses Klassentreffens als Standard-Menü erwählt hat. Verspüre nicht die geringste Lust, in die verschlagenen Augen meiner Mitschülerin Kerstin Krowalla zu blicken, die mich mal beim Vertrauenslehrer verpfiffen hat, weil ich mir einen kleinen Joint auf dem Schulklo gegönnt habe. Hat damals eine Menge Zoff nach sich gezogen, u. a. …wochenlange Ausgangssperre. Das hatte wiederum zur Folge, dass mich die missgünstige Streberin, Eva-Maria Munze, bei meiner Mutter angeschwärzt hat, weil ich nun häufiger blau machen musste, um mich mit meinem angesagten Rockerfreund zu treffen. Durch dieses üble Denunziantentum flog leider auch meine kleine Fälscherwerkstatt auf, die sich auf den Handel und Eigengebrauch von detailgetreuen Unterschriften erstreckte. Nachvollziehbar, dass ich diese Zeit aus meinem Gedächtnis gestrichen habe. Selbst wenn ich noch ein gutes Abi aus dem Hut zaubern konnte, sehe ich mich keinesfalls genötigt, diese beschissene Zeit wieder aufleben zu lassen! Wenn ich mich trotzdem darauf einlassen würde, müsste ich neben den 50 Euros noch ein kleines Vermögen in Cocktails investieren, um mich ins Tal des gnädigen Vergessens zu trinken.

Aber da meine finanzielle Schieflage keine Extrasprünge vorsieht, landet die Einladung unter meinem Locher… zu vielen kleinen, grünen Konfettis. Der nächste Polterabend wird es mir danken!

Samstag, 27. März 2010

Sex mit dem Ex?

Für mein Leben gern, esse ich die kleinen, feinen Edel-Sahne-Schokoladen- Mandelhäppchen, die auf der Zunge zergehen. Nicht nur, dass sie ein wahrer Hochgenuss sind, sogar vorhandener Kummer oder Ärger schmilzt mit der cremigen Schokolade einfach von dannen. Und die kleinen Mandelstückchen, die sich zwischen meinen Zähnen breit machen, sind immer wieder herzlich willkommen. Das weiß ich schon im Voraus.

Nicht im Voraus weiß ich, ob sich mein Ex wieder bei mir breit machen soll. Sex mit dem Ex ist für mich ein verlockender Gedanke, zumal... ich die Qualitäten des Verflossenen noch klar vor Augen habe. Klar vor Augen habe ich allerdings auch das nervenaufreibende Beziehungsgefälle, das mit einer ungesunden Lebensweise einherging. Unmengen von Kippen, Kaffee und Hochprozentigem waren zu der Zeit meine treuen Wegbegleiter. Daran bin ich natürlich nicht mehr interessiert, und…noch viel weniger an dem ultimativen Herzschmerz, der nicht von meiner Seite weichen wollte. Folglich ist meine größte Sorge, dass sich nach dem Sex mit dem Ex genau diese Gefühle wieder einstellen könnten. „Was tun!“, spricht Alicia, „der Mann ist weg, sein Herz, die Liebe, die Gunst ist nicht mehr dein. Willst du ihm dennoch nahe sein - so oft er kommt - fall' nicht auf seine Sprüche rein!"

Voraussichtlich bleibe ich sowieso bei meinen kleinen aber feinen Edel-Sahne-Schokoladen-Mandelhäppchen, die mich noch nie enttäuscht haben - Genuss ohne Reue! Für mich kaum verwunderlich, dass die Hälfte aller Frauen Schokolade dem Sex vorzieht!

Sonntag, 21. März 2010

Deckel in Hülle und Fülle...

Nun…ich bin nicht gerade eine Expertin auf dem Gebiet der artgerechten Männerhaltung, was ich ehrlich gesagt, überaus schade finde. Es heißt zwar immer, dass auf jeden Topf ein Deckel passt, aber…da mir selbst fürs Kochgeschirr der geübte Kennerblick fehlt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich immer wieder den falschen Deckel erwische. Vielleicht lasse ich mich einfach zu stark von der Blendersorte beeindrucken, und…schenke der qualitativen Verarbeitung zu wenig Beachtung. Keine Ahnung! Wie dem auch sei, ich bleibe am Ball, bzw. am Deckel. Lasse mich von meinen diversen Fehlgriffen nicht entmutigen, denn…Versuch macht klug! Hoffe ich zumindest, denn...ansonsten müsste ich einen großen Bogen um die männliche Spezies machen.

Harald, meine neuste Eroberung, ist wie der plötzliche Wintereinbruch in mein Leben geschneit, und…er ist in der Tat eine imponierende Erscheinung, die unterhaltsam, phantasievoll, geistreich und äußerst verführerisch ist. Ein Mann genau nach meinem Geschmack. Außerdem umwirbt er mich permanent, was mich natürlich nicht kalt lässt, auch... wenn ich es ihm nicht zeige. Denn leider hat dieses männliche Exemplar einen großen Schönheitsfehler – es ist verheiratet! Da kann ich noch so viel am Deckel rütteln…er gehört auf einen andern Topf. Ganz konkret heißt dieser Topf Yvonne, und…beehrte mich letzte Woche. Natürlich unangemeldet! Mit zwei Köfferchen, und…nicht zu vergessen, meinem Personalausweis, der den sachdienlich Hinweis geliefert hatte, stand Haralds Frau vor meiner bescheidenen Tür. Dabei brodelte das Yvonne-Töpfchen nach allen Regeln der Kunst und verklickerte mir, dass sie die Schnauze gestrichen voll habe. „Lieber keinen Kerl, als… einen chronischen Fremdgänger!“ Dieser Argumentationslinie konnte ich sehr wohl folgen, aber des Beschuldigten Habseligkeiten, die sie mir kofferweise vor die Füße knallte, erweckten meinen tiefsten Unmut. Und…bevor ich einen ausgesetzten Polizisten bei mir aufnehmen würde, besann ich mich erst einmal auf mein diplomatisches Fingerspitzengefühl, das meine gesamte Familie stets in Frage stellt, aber…nichtsdestotrotz vorhanden ist. Freundlich bat ich also die aufgebrachte Yvonne herein, aber…die Koffer blieben wohlweißlich draußen stehen. Ich versorgte meinen Gast mit Kaffee und Kippen und hörte mir stillschweigend das Ehedrama an, das in epischer Breite vor mir ausgerollt wurde. Aber… als ICH an den Pranger gestellt wurde, quasi als letztes Glied in der Kette, ging ich sofort in die Offensive. Ich versicherte der in Serie gehörnten Ehefrau, dass ihr Gatte nur rein dienstlich an mir interessiert sei, und…niemals, zu keinem Zeitpunkt, auf mir gelegen habe. Nach einer Stunde intensivster Überzeugungsarbeit trollte sich eine recht gefasste Yvonne. Und die Koffer nahm sie glücklicherweise auch wieder mit. Mit weichen Knien läutete ich anschließend meinen schwer verdienten Feierabend ein.

Warum kann ich mich zur Abwechslung nicht mal in ein zweibeiniges Individuum verlieben, das meinem freiheitsliebenden Charakter zu schätzen weiß, aber…bitteschön auch nicht anderweitig liiert ist!

Freitag, 12. März 2010

Zur falschen Zeit am falschen Ort!

Ich kann nicht behaupten, dass mein Leben so glamourös ist wie das der Frauen, die ein Baby von Boris Becker haben. Wird wohl daran liegen, dass es mit dem Timing nie so richtig geklappt hat – zur falschen Zeit am falschen Ort! Also muss ich mich mit meinem sauer verdienten Geld begnügen, das leider nicht aus einem üppigen Füllhorn auf mich nieder rieselt. Tragischerweise verdränge ich diesen Umstand immer wieder gerne, und…gebe es solange aus, bis die Bank meines Vertrauens mir nicht mehr traut, und… in Folge dessen meine EC-Karte sang- und klanglos einbehält. Immer wieder stehe ich dann wie der ungläubige Thomas vor dem betreffenden Geldautomaten und hoffe inständig, dass es sich nur um ein dummes Versehen handelt, und... meine Karte schnellstmöglich wieder ausgespuckt wird.

Aber… da kann ich warten, bis ich schwarz werde. Sie taucht nicht wieder auf! Zumindest nicht aus dem gierigen Schlund des Geldautomaten. Und sobald mein Blick nach unten fällt, weiß ich auch, wo die vielen Euros geblieben sind. Sie stecken in meinen Schuhen. Genauer gesagt, in meinen formvollendeten High Heels. Aber selbst diese können einen kleinkarrierten Bankfutzi nicht dazu bewegen, meinen Dispo aufzustocken oder mir einen anderweitigen Kredit zu verschaffen, denn…High Heels gehören nun mal nicht zu den akzeptablen Sicherheiten - auch wenn sie mich ein kleines Vermögen gekostet haben. Vermutlich liegt es daran, weil so Schühkes keine lukrative Rendite abwerfen, obwohl…zur richtigen Zeit am richtigen Ort…garantiert eine Menge Euros damit zu machen wären!

Donnerstag, 4. März 2010

Harald ante portas

Wie das Leben so spielt…gestern Abend steht unangemeldet mein hartnäckiger Verehrer vor der Tür und bittet gnädig um Einlass.

Da er mir immer noch meinen Personalausweis schuldet, lasse ich ihn verständlicherweise eintreten. Harald drückt mir sofort sein Mitbringsel in die Hand. Nee, nicht meine Ausweispapiere, die hat er leider vergessen, sondern…eine Flasche Rotwein. Eingehend betrachte ich den schweren Bordeaux, der durch sein tiefdunkles Rot besticht, und…garantiert der höheren Preisklasse zuzuordnen ist. „Von dem Weingut meiner Schwiegereltern aus der Gegend von Médoc!“, verrät mir der liierte Lebemann. „Wie großzügig von deiner angeheirateten Verwandtschaft, dass sie sogar deinen gesamten Harem versorgen!“, bemerke ich leicht ironisch, aber mein Gegenüber guckt mich nur ein wenig konsterniert an. Einen Kommentar schenkt er sich. „Und das gute Tröpfchen soll wirklich für mich sein?“, lenke ich versöhnlich ein. „Für uns!“, korrigiert mich der Bulle in Zivil. „Aha…“, überlege ich laut, „und anschließend willst du dich alkoholisiert hinter dein Steuer klemmen!“ –„ Im Leben nicht!“, verrät mir der späte Besucher, „du verfügst doch über eine gemütliche Couch! Und solltest du meine lauteren Absichten in Frage stellen, kann ich mir später auch ein Taxi kommen lassen!“

Ungläubig starre ich Harald an. Vielleicht ist er doch kein so übler Aufreißer wie ich dachte. Er begnügt sich also mit meiner Couch, und…nicht die kleinste zweideutige Bemerkung huscht über seine verwegenen Lippen. Ich bin echt baff. Arglos begegnet er meinem skeptischen Sezierblick. Ich sehe nur seine braunen Augen, die überaus männliche Mundpartie, und…seinen aufrichtigen Blick, der mir durch und durch geht. Können diese Augen lügen? Ich entscheide mich dafür, dass sie es nicht können, und…befördere die bauchigen Rotweingläser aus dem Schrank.

Bereue nichts! Wir haben geplaudert, Karten gespielt, eine DVD geguckt, und unterm Strich...mehr gelacht als getrunken. Der Abend war einsame Spitze, und…eins muss man seinen Schwiegereltern lassen – in deren roten Reben, steckt eine Menge Leben!

Montag, 1. März 2010

Haarsträubendes

Aufgrund der stürmischen Nacht, in der ich kaum ein Auge zudrücken konnte, sah ich heute Morgen wie Frankensteins Gesellenstück aus - echt SCHEISSE! Gut, es gibt Schlimmeres in dieser Welt, aber…das tangiert mich morgens um 6.30 Uhr herzlich wenig. Dagegen treiben mich meine trostlos herunterhängenden Schnittlauchhaaren …in den Wahnsinn.

Ich liebe mein langes Haar - vor allen Dingen, wenn es lockig, glänzend und formvollendet über meine Schulter wallt. An guten Tagen hält es sich auch an die vorgegebene Regieanweisung, und…ich habe nicht den geringsten Grund, um ein Klagelied anzustimmen. Dagegen sind Schlafmangel, Stress, und gewisse Unpässlichkeiten die großen „Lockenkiller“. Auch wenn ich diese „Feinde“ wohlweißlich im Hinterkopf abgespeichert habe, bin ich jedes Mal aufs Neue entsetzt, wenn sie denn zugeschlagen haben. So auch heute Morgen! Da half nur eins…die schlappe Haarpracht hinter einem Pferdeschwanz verschwinden lassen.

Der Todfeind meiner Haare ist allerdings Beziehungsstress, bzw. Liebeskummer. Immer, wenn mein Herz besonders stark gebeutelt wird und mir die Tränen kübelweise aus den Augen schießen, greife ich zur nächstbesten Schere, und…schneide wild darauf los. Keine Ahnung, warum ich mir das antue, aber…es scheint eine nicht steuerbare Zwangshandlung vorzuliegen. Wenn ich dann wieder von mir ablasse, geht es mir anschließend so dreckig, dass ich mit dem Flennen gar nicht mehr aufhören kann.

In meiner letzten Beziehung, die ich nicht mal meinem schlimmsten Feind wünsche, habe ich Unmengen von Locken liquidiert. Bin nur knapp an einer Glatze vorbeigeschlittert. Glücklicherweise bin ich die Wurzel allen Übels los, und…meine Haare sind wieder anständig nachgewachsen.

Aber…was soll ich sagen. Vor zehn Minuten erwische ich mich schon wieder mit der Schere in der Hand. Kann direkt von Glück sagen, dass die bekloppte Nachbarin aus der zweiten Etage mit ihrem dicken Wurstfinger an meiner Klingel klebte. Auch wenn sie nur eine saftige Beschwerde vom Stapel gelassen hat, will ich nicht klagen. Immerhin hat sie meine Gelüste verlagert, auch…wenn ich diese nicht an die große Glocke hängen möchte.

Sonntag, 28. Februar 2010

Saturday Night Fever im Schonwaschgang!

Ich habe mein Fahrgestell auf dem Schreibtisch drapiert, schlürfe genüsslich meinen frisch gebrühten Kaffee, und…lasse den gestrigen Abend, wie die Regentropfen am Fenster, von mir abperlen.

Kann in der Tat nicht meckern, denn meine Freundin Miranda und ich hatten einen recht unterhaltsamen Abend. Wir haben in der hiesigen Diskothekenszene um die Wette getanzt, gelacht, geflirtet, gequalmt und…natürlich auch gebechert. Letzteres allerdings in Maßen, denn als noch nicht ganz versackte Katholikin schneide ich mir zumindest eine kleine Scheibe von der eingeläuteten Fastenzeit ab. Sicher ist sicher! Will mir ja nichts nachsagen lassen, und…als logische Konsequenz daraus, für unbestimmte Zeit im Fegefeuer schmoren - wenn ich dereinst meinen „Löffel“ abgegeben habe. Nee, dass muss nun wirklich nicht sein! Also habe ich mehr an meinen Cocktailgläsern genippt als gekippt!

Apropos beherrschen…selbst bei Harald, der mir gestern Abend rein zufällig über die Füße gestolpert ist, und… mich mit vollem Körpereinsatz angebaggert hat, bin ich nicht schwach geworden. Habe ihn, den immerwährenden Affärensucher, in seine verheirateten Schranken gewiesen. Und das…obwohl ich am Valentinstag meinen letzten Sex hatte! Dafür bekomme ich garantiert noch einige Bonuspunkte extra, was dann wiederum meiner anhängigen Brutzelzeit zugute kommt.

Trotz des reduzierten Programms habe ich den gestrigen Discoabend genossen.